Corona, Heuschrecken und Überschwemmungen – Uganda erlebt drei Katatstrophen gleichzeitig
Bis Ende Juli 2021 hatte Uganda wieder einen verschärften Corona-Lockdown aufgrund der zweiten Welle mit besonders vielen Toten. Aber zur Pandemie kamen seit Frühjar 2020 noch Starkregen und eine Heuschreckenplage dazu.
Die Corona Pandemie in Uganda
Im März 2020 verhängte die Regierung einen der härtesten Lockdowns: Alle Schulen geschlossen, öffentlicher und privater Verkehr verboten, nächtliche Ausgangssperre, alle Geschäfte und Imbisse dicht. Das traf die Menschen im Land sehr hart, weil 80% von der Landwirtschaft leben und ihre Waren mit kleinen Motorrädern („BodaBoda“) oder mit Kleinbussen („Matatu“) zu den Märkten bringen müssen.
Viele Jüngere sind Boda-Fahrer und verdienen sich damit ihr Geld – wie mein Freund Oscar. Sein Boda war stillgelegt, er hatte keine Einnahmen mehr und brauchte es doch dringend wegen der Behandlung für seine kranke Tochter (Foto).
Oder auch die Musikgruppe „Ngoma-Drummer“ – ein Sozialprojekt für junge Waisenkinder, die überhaupt nicht mehr auftreten konnten (Foto). Sie freuten sich sehr über die Lebensmittelspende.
Eine Spendensammlung im Umkreis der Kaffee-Reisefreunde konnte Oscar mit 200 Euro und die Musikgruppe mit 500 Euro unterstützen.
Zweiter Lockdown Juni 2021
Der zweite harte Lockdown traf Uganda Mitte Juni 2021 durch die Delta-Variante. Im Land sind aktuell (Ende Juli 2021) nur rund 1 Million Menschen geimpft (2,3%). Aber nur 189 000 haben auch eine zweite Dosis bekommen (0,4%). Regierungschef Museveni hat zwar neue Autos für Behörden angeschafft, aber teurer Impfstoff wurde nicht besorgt. Die restriktive Patent-Politik, an der sich auch Deutschland im Rahmen der WHO beteiligt, tat ein übriges um afrikanische Länder auszugrenzen. Die Pandemie forderte bisher 2632 Opfer.
Heuschrecken-Plage und Überflutungen
Im Corona-Frühjahr 2020 ging in Uganda die kleine Regenzeit nahtlos in die große Regenzeit über. Ursache war das Klima-Subsystem „Indian-Ocean-Dipole“. Das führt zu Buschbränden in Australien durch Trockenheit. Gleichzeitig wird das Meer vor Ostafrika wärmer. Die Athmosphäre speichert mehr Wasser, das durch Starkregen zu katastrophalen Fluten von Äthiopien über Uganda bis nach Kenia führte. Den Beginn dieses Effekts hatte die RÖSTER-Reisegruppe Ende 2019 bereits zu spüren bekommen – wir konnten uns gerade noch vor den Wassermassen vom Berg herunter in Sicherheit bringen.
Am Ufer des Victoria-Sees wurden viele Hütten überschwemmt und damit den Fischer:innen die Existenzgrundlage geraubt. In den Bergregionen gab es Schlammlawinen und Überschwemmungen, wie wir sie zuletzt auch hier in Deutschland kennengelernt haben.
Im selben Jahr trat, befördert durch den vielen Regen, eine extreme Heuschreckenplage in gesamt Ostafrika auf. Die dramatischen Bilder waren eine Zeitlang auch in der Tagesschau zu sehen. Die Millionen-Schwärme fraßen in nullkommanix ganze Felder kahl und ließen Hunger und Verzweiflung zurück.