Honduras ist Lieferant für Arabica-Spezialitäten

Das kleine Land Honduras steht an 6. Stelle der Kaffee-Weltproduktion 2019/20. 95% der Ernte werden exportiert, ein Drittel davon als hochwertiger Spezialitäten-Kaffee. Der Exportwert macht 1/5 der Gesamtexporte von Honduras aus. Kleinfarmer:innen mit weniger als 2 bis 7 Hektar Land produzieren 70% des Kaffees, der Rest kommt von größeren Kaffee-Fincas. Der meiste Kaffee wächst unter Schattenbäumen, was schon mal eine gute Voraussetzung für die Anpassung an den Klimawandel ist.

Kaffee-Regionen in Honduras

Kaffee-Regionen in Honduras

Auch hier finden wir die üblichen Empfehlungen: Wegen der klimabedingten Erwärmung sollte der Kaffee in höhere Lagen ausweichen, aber dort befinden sich geschützte Gebiete oder touristisch genutzte Parks. Die Klimagrafik zeigt Starkregen und Dürre gleichzeitig, was aber kein Widerspruch ist. Dürreperioden können sich mit Stürmen und Starkregen abwechseln. Und beides kann zu anderen Zeiten als den gewohnten im Jahresverlauf geschehen. Wenn dann noch alle paar Jahre ein El-Niño-Ereignis hinzukommt, ist das Wetter im Jahresverlauf völlig außer Kontrolle.

Die Kaffeerost-Epidemie 2012 – 2014 hat sich aufgrund steigender Minimum-Temperaturen ausgebreitet. Kaffee benötigt zum normalen Wachstum eine Nacht-Abkühlung. Ist die nicht mehr ausreichend gegeben, wird der Baum anfälliger für Schädlinge und Krankheiten.

Honduras ist eines der Länder in Mittelamerika, aus denen sich die Flüchtlings-Trecks bilden, die Richtung USA unterwegs sind. Siehe hierzu auch bei Global-News.

Die Flüchtlingskarawane wird von Militär an einem Grenzübergang gestopt

Die Flüchtlingskarawane wird von Militär an einem Grenzübergang gestopt

Heinrich-Böll-Stiftung zum Hintergrund in Honduras:

Tausende Menschen fliehen vor der Armut und Gewalt in ihren Heimatländern. Einige haben sich in den vergangenen Wochen zu einer Karawane zusammengeschlossen. Wir geben einen Überblick über die dahinter liegenden staatlichen und gesellschaftlichen Probleme in dem zentralamerikanischen Land.

31.10.2018 – […] Honduras wird von einer extrem reichen Wirtschaftselite kontrolliert, deren Macht sich seit hundert Jahren überwiegend auf die Verflechtung mit einflussreichen transnationalen Unternehmen stützt. Diesem Land mit seiner langen Geschichte von Militärdiktatoren, das in jüngster Zeit von ausgesprochen unbeliebten Zivilregierungen beherrscht wird, haftet noch immer der Ruf einer „Bananenrepublik“ als Symbol der Macht an. Die derzeitige Regierung wurde nicht von den honduranischen Wählerinnen und Wählern gewählt, sondern nur durch den Einfluss der Vereinigten Staaten an die Macht gehievt.

Nach neuesten Angaben der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) gehört Honduras nach wie vor zu den Ländern Lateinamerikas mit den höchsten Raten an Armut und extremer Armut. Der Terminus „Armut“ verschleiert jedoch, dass es in Wirklichkeit um eine Konzentration des Reichtums in den Händen einer sehr kleinen Clique von Familien und Einzelpersonen und für die Mehrheit der honduranischen Bevölkerung um Entbehrung und Elend geht.

Ausgrenzung und politische Instabilität

Abgesehen davon, dass in Honduras gesellschaftliche und wirtschaftliche Systeme der Ausgrenzung tief verankert sind, brach dort vor fast zehn Jahren eine Zeit ausgeprägter politischer Instabilität an, die bis heute anhält. Diese Phase begann im Juni 2009 mit dem Putsch der honduranischen Streitkräfte gegen die rechtmäßig gewählte Regierung von Manuel Zelaya. In der damaligen Krise stellte sich die US-Regierung unter Barack Obama hinter die demokratiefeindlichen Kräfte in Honduras und unterstützte so den Bruch der verfassungsmäßigen Ordnung.[…]

Honduras leidet massiv unter der Präsenz und dem Einfluss von Drogenkartellen und organisierten Banden. Die Häufung von Gewalttaten dieser illegalen Akteure und die politisch zunehmend repressive und autoritäre Rolle der honduranischen Streit- und Polizeikräfte stürzen das Land in eine derartige Krise, dass in der gesamten Bevölkerung nur noch tiefe Verzweiflung herrscht. Die Fluchtströme aus Honduras haben nicht erst mit der jüngsten Karawane begonnen. Seit mindestens zehn Jahren fliehen immer mehr Menschen aus dem Land. […]


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