Mexiko produziert Arabica

Das Land ist bekannt als Ursprung der Maispflanze und produziert auch die Arabica-Sorte „Maragogype“, die wegen ihrer Größe auch Elefanten-Bohne genannt wird.

Mexiko steht an 9. Stelle der Kaffee produzierenden Länder. Überwiegend wird Arabica in den südlichen Bergregionen an der Grenze zu Guatemala angebaut. Das Land wurde hart von der Blattrost-Epidemie des letzten Jahrzehnts getroffen. Die Gefahr durch Krankheiten und Schädlinge wird extrem hoch eingeschätzt. Die für die Bestäubung des Kaffees wichtigen Bienenvölker nehmen ab. Einerseits gibt es mehr Trockenheit, gleichzeitig besteht die Gefahr von Starkregen während der Blütezeit des Kaffees, was die Fruchtbildung negativ beeinflusst.

Die Nähe zur Karibik macht Mexiko verwundbar durch die von jährlichen und häufigeren, stärkeren Stürme aus der Karibik, von Zeit zu Zeit noch angetrieben durch die „El-Niño“-Ereignisse. Die Trocken-Monate weiten sich aus und der Kaffee leidet unter den steigenden Temperaturen. Die Gefahr von Waldbränden in den Kaffeeregionen nimmt zu.

Auch hier gibt es nur begrenzte Möglichkeiten, in höhere Lagen auszuweichen, weil dort Nationalparks und geschützte Waldgebiete liegen. Mexiko hat 35 UNESCO-Welterbestätten, die meisten liegen in den Kaffeeregionen. Jährlich kommen 35 Millionen Touristen.

Der Kaffee wird von zirka 500.000 Kleinfarmer:innen angebaut, meist auf Parzellen zwischen 0,5 und 1,5 Hektar. Diese bilden 60% der Kaffee-Anbaufläche, die aber nur 40% der Ernte einbringt. Der Ertrag pro Hektar der kleinen Farmen ist entsprechend niedrig: 0,2 bis 0,4 Tonnen – Brasilien erntet dagegen 1,8 Tonnen, der Durchschnitt in Mittelamerika liegt bei 0,6 Tonnen.

Grenze zu USA – Trumps Mauer und wirtschaftliche Abhängigkeit

Das Land wickelt 80% seines Außenhandels mit den USA ab und ist entsprechend abhängig und damit erpressbar. Das hat Trump ausgenutzt und sogar den irren Vorschlag gemacht, daß Mexiko die Mauer an der Grenze der beiden Staaten selbst bezahlen sollte. Mexiko geht brutal gegen die Flüchtlings-Trecks aus Mittelamerika vor. In Folge von NAFTA (Nordamerikanisches Freihandels-Abkommen) haben sich viele US-Firmen direkt an der Grenze in zollfreien Zonen angesiedelt (Maquilas) und beuten die billigen mexikanischen Arbeiter gnadenlos aus. Im Zuge des Abkommens haben subventionierte US-Agrarprodukte z.B. den einheimischen Mais so weit zurückgedrängt, dass das mexikanische Grundnahrungsmittel beinahe nur noch aus Import-Mais besteht. Bei Reis und Weizen sieht es genauso aus. In Mexiko selbst wird vom Agrar-Multi Monsanto genveränderter Mais für die Ethanol-Produktion angebaut.

Der Gen-Mais, das Glyphosat-Verbot und der deutsche Botschafter in Mexiko

Bericht von amerika21 – 10.1.2021:
Mexiko-Stadt.
Die Regierung des mexikanischen Präsidenten, Andrés Manuel López Obrador, hat ein Dekret verabschiedet, das den Einsatz von Glyphosat auf mexikanischem Staatsgebiet sowie die Verwendung von gentechnisch verändertem (transgenem) Mais bis 2024 verbieten soll. Dem Dekret war ein jahrelanges politisches Ringen vorausgegangen. Die nationale Menschenrechtskommission hatte Ende 2018 die mexikanische Regierung wegen Verletzung ihrer Sorgfaltspflichten durch mangelnde Verbote hochgefährlicher Pestizide abgemahnt. Der Agrarattaché an der deutschen Botschaft in Mexiko sprach sich noch Anfang 2020 vehement gegen das geplante Glyphosat-Verbot aus und brüskierte damit die dortige Regierung. Siehe Bericht bei amerika21

FIAN: Milliardengeschäft mit dem Menschenrecht auf Wasser in Mexiko

In Mexiko kommt größtenteils kein Trinkwasser aus der Leitung, stattdessen wird es per Transporter an die Haustür geliefert. In keinem anderen Land trinken die Menschen so viel Flaschenwasser. Konzerne wie Danone, Coca-Cola und Pepsi machen damit ein Milliardengeschäft. Dieses System, in dem das Geld in Werbekampagnen statt Wasserleitungen fließt, muss sich ändern.   …mehr im    Artikel bei FIAN
Auch zum Wasserthema:  Tote bei Protesten in Mexiko wegen Wasserexport in die USA (2020 – amerika21)

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