Der Kaffee-Kirsch-Bohrer lagert sich in der Kaffeekirsche ein und frißt die Bohne auf.

Kaffee-Krankheiten + Schädlinge

Klimawandel und Schädlinge – Krankheiten – Insektenbefall

Klimawandel auch hier Kaffe-Klima-Umwelt

Sowohl Arabica- als auch Robusta-Kaffee leidet enorm unter dem dramatischen Klimawandel, der in den Ländern des Südens die meisten Schäden verursacht. In den Hochlagen, wo Arabica wächst, erreichen die höheren Temperaturen auch die Berghänge. Überall wird beobachtet, dass der Anbau eigentlich in noch höhere Lagen verlegt werden müsste. Aber dort sind Wälder, häufig geschützte Gebiete oder Nationalparks. In Mittel- und Südamerika hat sich der Blattrost von 1.000 m Höhe bis auf 2.000 m ausgeweitet, wo er zuvor nicht vorkam.

Die Fotos der Bildergalerie stammen alle aus Uganda am Mount Elgon auf 2.000 m Höhe:

Blattrost – Hemileia Vastatix

Immer höhere Temperaturen auch in dieser für den Arabica-Anbau wichtigen Zone machen den Kaffee-Farmern das Leben noch schwerer, als es ohnehin schon ist. Im Spanischen heißt der Pilz „Roya“ (Rost) – benannt nach den rostroten Flecken, die er auf den Blättern hinterlässt.

Ein zusammenfassender Artikel von Marvin Perez bei Bloomberg-online vom 11. September 2014 (englisch, Übersetzung A.K.):

„Blattrost schleicht sich quer durch Lateinamerika in immer höhere Lagen. In Guatemala z.B. beobachtete man den Pilz bisher nur in Höhen bis 1.000 m, so berichtet Nils Leporowski, Präsident der Nationalen Kaffee-Organisation (ANACAFE). Jetzt wird er aber auch auf 2.000 m Höhe gefunden.“

Der Artikel schildert das Dilemma der für organischen Anbau zertifizierten Kaffee-Farmer:innen, von denen es in Peru sehr viele gibt: Entweder Chemie einsetzen und die Lizenz verlieren oder den Pflanzen beim Sterben zusehen. Zitiert wird ein organisch arbeitender Farmer, der mehr Guano-Dünger braucht, um seine Pflanzen widerstandsfähiger zu machen, was ihn aber beinahe das Doppelte kostet.

Aus diesem Grund ist der organisch produzierte Kaffee in USA sehr teuer geworden und hat sein enormes Potential der vergangenen Jahre eingebüßt – das Wachstum von 30% pro Jahr ging bei Packungen auf 7% zurück. Nur im Ausschank sieht es noch gut aus:

„Von 2009 bis 2013 hat sich der Einzelportionsverkauf von organischem Kaffee in USA von 823 Mio $ auf 3.58 Milliarden $  mehr als vervierfacht“.


Die Video-Animation „Kaffee und Klimawandel“ zeigt die grundsätzliche Problematik (neuer Tab). Auszug aus Power-Point-Präsentation von Alex Kunkel im KaffeeGartenRuhr

Artikel im ugandischen DAILY MONITOR von 2013 über die Auswirkungen des Klimawandels auf den Kaffeeanbau (englisch)


Kaffee auf der ROTEN LISTE der gefährdeten Arten

Kaffee ist auf der Internationalen Roten Liste der gefährdeten Arten als STARK GEFÄHRDET eingestuft.

Kaffee ist auf der Internationalen Roten Liste der gefährdeten Arten als STARK GEFÄHRDET eingestuft.

Im März 2020 wurde bekannt, dass Arabica offenbar aus der Mutation von nur einer einzigen Pflanze hervorgegangen ist, die sich dann verbreitet hat. Deshalb hat Arabica ein geringes Potenzial genetischer Vielfalt, um sich an verändertes Klima anzupassen. Um so wichtiger ist eigentlich der Erhalt des ursprünglichen Wildkaffees, der aber bereits auf der Roten Liste steht.

Älterer Beitrag bei Klimaretter von 2012, als sich diese Entwicklung bereits abzeichnete

Artikel Süddeutsche Zeitung zu Kaffee auf der Roten Liste – 21.01.2019

Internationale ROTE LISTE Arabica stark gefährdet (englisch)



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